Seit 9 Jahren ein Herz und eine Seele

Wie Samu zu uns gekommen ist, wisst ihr durch meine vielen Blogeinträge. Deshalb möchte ich euch heute über die Begegnung von mir und Finn erzählen.

Ich war 18 Jahre alt und schon etwas länger auf der Suche nach dem ersten eigenen Hund. Ich wollte einen eigenen flauschigen Begleiter, der immer an meiner Seite ist und mit dem ich mein Leben teilen kann. Lange habe ich mich über diverse Rassen informiert und bin immer wieder beim Schäferhund hängen geblieben. Nach langem Suchen, kam ich auf die Seite der Schweizer Schäferhunde. Deren Anblick faszinierte mich und ich war sprachlos. Diese Ausstrahlung, diese Schönheiten, aber nicht zu vergessen deren Charakter waren eindeutige Zeichen für mich, dass ein Hund dieser Rasse, mein erster eigener werden sollte.

Ich wollte das erste Mal mein Glück bei einem Züchter probieren und machte mich im Internet auf die Suche. Bisher hatten wir entweder Tierschutzhunde, Tierheimhunde oder Hofhunde bei uns aufgenommen. Alle hatten ein Handicap, was nicht weiter schlimm war, da wir mit ihnen umgehen konnten und wir durch viel Arbeit immer ein glückliches Mensch-Hund-Team waren. Dennoch sollte mein erster eigener vom Züchter sein. 3 weiße Schäferhund Züchter hatte ich gefunden, die ich mir genauer anschauen wollte. Ich informierte mich ausreichend über die Ahnen und nahm danach telefonischen Kontakt mit den Züchtern auf. Beim dritten und letzten Züchter, hatte ich nicht nur am Telefon ein gutes Gefühl, sondern auch später in den E-Mails. Wir vereinbarten einen Termin zum Kennenlernen und Welpenschauen für den 8. Januar 2011.


Das Kennenlernen war sehr nett und erst nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Züchter, wieso wir einen zweiten Hund möchten und gerade einen weißen, was wir alles mit dem Hund machen möchten, ob wir ein Haus mit Garten oder Wohnung haben, ging es zu den Welpen. Im Welpenzimmer angekommen fragte mich der Züchter, ob ich einen der 3en mit Fleisch anfüttern möchte. Natürlich will ich, sprudelte es aus mir heraus und somit war es um mich geschehen. Nachdem der kleine Eisbär schön gefressen hatte, schlief er auf meinem Schoss ein und lies sich sein kleines weiches Bäuchlein kraulen! Dieses Gefühl kann man gar nicht in Worte fassen, es war einfach nur wunderschön! Ich konnte mich kaum von ihm trennen… Ich kann es nicht erklären, obwohl ich den kleinen erst kennen gelernt hab, verband uns etwas.


Der Züchter riet mir, noch einmal eine Nacht darüber zu schlafen, da die Anschaffung eines Hundes gut bedacht werden muss! Dies tat ich auch, aber an meiner Entscheidung hatte sich nichts geändert! Diesen kleinen Bären möchte ich mit nach Hause nehmen. Dies teilte ich unserem Züchter natürlich auch gleich am nächsten Tag mit und er freute sich sehr, da er gemerkt hatte wie die Chemie zwischen Finn und mir einfach passte.


Der nächste Termin stand an. Finn war nun endlich 6 Wochen alt. Das waren die längsten 3 Wochen in meinem Leben, die ich auf ihn warten musste um ihn endlich wieder zu sehn. Die drei hatten sich so super entwickelt und rasten durch den ganzen Garten des Züchters. Durch den Tunnel, über das Holz welches herumlag, es war einfach schön diesen 3 Bären zuzuschauen. Wahnsinn wie die 3 sich in den paar Wochen wieder weiterentwickelt hatten. Doch meine Entscheidung Finn zu nehmen, verstärkte sich nach dem Treffen umso mehr. Es war einfach eine Verbindung zwischen uns da, die man nicht beschreiben kann.


Das leidige Thema mit dem Hundenamen?! Bevor ich wusste, welche Rasse mein erster eigener Hund überhaupt haben sollte, war mir klar, mein eigener Hund soll Finn heißen. Nun da Finn aber ein Q-Wurf ist, gestaltete sich das ein wenig schwierig. Namen mit Q sind wirklich sehr schwer und eigentlich wollte ich ja einen Finn. Als ich vor Jahren auf einem Turnier war, ging ein Quintus an den Start. Den Namen fand ich so außergewöhnlich, dass er mir im Gedächtnis hängen geblieben ist. Somit wurde aus Finn, ein „Quintus-Finn“. So steht es auch in seinem Pass. Gerufen wird er aber trotzdem nur Finn


Nun ja nach 8 Wochen war es endlich soweit und ich durfte ihn endlich mit nach Hause nehmen. Der besagte Tag, der 12. Februar 2011. Zu hause war natürlich schon alles Wochen vorher für Finn eingerichtet gewesen. Körbchen, Futternapf, Wassernapf, seine erstes Spielzeug etc. Eine Freundin von uns die Halsbänder macht und zusätzlich noch eine weiße Schäferhündin besaß kam vorbei um den kleinen Eisbär anzuschauen und uns ein selbstgemachte Halsband für Finn als Willkommensgeschenk mitzubringen.


Finn hatte sich schnell eingelebt, da Balou, unser früherer Pudel ihm die „Welt“ zeigte. Natürlich freute sich auch Balou, denn endlich konnte er sich jetzt als Chef beweisen und Finn zeigen wo es lang ging. Finn war von Anfang an ein sehr sensibler, unsicherer und zurückhaltender Hund gewesen. Er lehrte mich eine ganz andere Seite der Erziehung und der Kommunikation zwischen Mensch-Hund. Heute weiß ich mit ihm umzugehen und deshalb stören mich diese Sachen nicht.


Seit Mai 2017 ist jetzt Samu bei uns und die 2 bilden einfach ein perfektes Team. Sie lieben und sie hassen sich. Streiten, kuscheln, spielen, alles was man so als beste Freunde macht. Finn tat es gut eine Weile „Einzelhund“ zu sein, aber seitdem Samu da ist, möchten wir ihn alle nicht mehr missen. Er ist voller Lebensfreude die einfach ansteckt. Selbst Finn, die Schlaftablette ist morgens schon aktiv, dank Samu!


Finn ist jetzt 8 Jahre an meiner Seite. Er ist mein bester Freund, die treuste Seele und mein Herzenshund, den ich bedingungslos liebe. Er kümmerte sich um mich in schwere Zeiten  und half mir wichtige Entscheidungen zu treffen. Durch ihn lernte ich einiges über die andere Art von Hundeerziehung. Hundeerziehung ohne Gewalt, harte Worte und übermäßigen Druck. Er lehrte mich eine Erziehung mit wenig Worten, positiver Verstärkung, aber auch mit klaren und einfachen Grenzen. Er zeigte mir, dass wir nur mit Ruhe und Geduld gemeinsam an unser Ziel gelangen und dafür danke ich ihm von Herzen. Denn genau diese Art und Weise von positiver Verstärkung und liebevoller Konsequenz haben nicht nur, das Zusammenleben von Finn und mir verändert, sondern haben dazu geführt, meine Einstellung zum Hundetraining zu überdenken und Hundetrainerin zu werden.

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